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HYROX Training: Laufen unter Ermüdung richtig trainieren

5 Min. Lesezeit Veröffentlicht am

Athletin schiebt einen beladenen Schlitten im Gym
Foto: TSquared Lab / Pexels

Den größten Teil der Rennzeit verbringst du bei HYROX auf den Läufen zwischen den Stationen (Brandt 2025). Deine 10-km-Bestzeit sagt darüber wenig. Es zählt das Tempo, das du nach dem Schlitten noch halten kannst, und genau das lässt sich im HYROX Training üben.

Was das Rennen von dir verlangt

Der HYROX Ablauf ist immer derselbe. Du läufst acht Mal einen Kilometer, nach jedem Kilometer kommt eine Station. Erst 1000 m SkiErg, dann 50 m Schlitten schieben und 50 m Schlitten ziehen, 80 m Burpee Broad Jumps, 1000 m Rudern, 200 m Farmers Carry, 100 m Sandbag Lunges und zum Schluss 100 Wall Balls. Die Uhr läuft durch, auch in den Übergängen. Rechne nach deinem ersten Rennen oder Testlauf kurz nach, welchen Anteil die acht Kilometer an deiner Gesamtzeit haben. In der Trainingspraxis landet man meist bei ungefähr der Hälfte. Wie Tahto dieses Format in deinen Plan übersetzt, steht unter HYROX bei Tahto.

In der ersten Studie zu HYROX absolvierten elf Freizeitsportler ein simuliertes Rennen (Brandt 2025). Herzfrequenz und Laktat blieben über das ganze Rennen hoch, nach den Stationen stieg das Laktat besonders stark. Die Läufe machten den größten Teil der Rennzeit aus und waren die einzigen Abschnitte, die mit den Eigenschaften der Athleten zusammenhingen. Am engsten hing die Gesamtzeit mit der maximalen Sauerstoffaufnahme zusammen (Brandt 2025). Eine Übersichtsarbeit zur Leistungsanalyse nennt vier Bausteine: aerobe Kapazität, anaerobe Leistung, lokale Muskelausdauer und Maximalkraft (Davids 2025). Sie hält auch fest, dass es zu HYROX selbst noch wenig Forschung gibt. Einiges von dem, was folgt, stützt sich deshalb auf verwandte Sportarten.

Warum der Kilometer nach der Station anders läuft

Wer vom Schlitten auf die Laufstrecke wechselt, kennt das: Die Beine sind schwer, und das gewohnte Tempo kostet plötzlich deutlich mehr Puls. Im Triathlon ist dieser Effekt seit Langem beschrieben. In den ersten Minuten nach dem Wechsel vom Rad aufs Laufen sind die Laufökonomie schlechter und die Herzfrequenz höher (Millet 2000). Auch der Schritt ändert sich, die Frequenz ist eine andere als im frischen Zustand. Jeder Kilometer kostet in dieser Phase mehr Energie als ausgeruht.

Die Forschung zum Laufen nach Krafttraining zeigt in dieselbe Richtung. Eine einzelne Krafteinheit, besonders für die Beine, senkt die Qualität einer folgenden Ausdauereinheit noch Stunden bis Tage später, unter anderem über eine schlechtere Laufökonomie (Doma 2017). Bei HYROX liegen zwischen Station und Lauf nur ein paar Meter Übergang, und das Laktat ist nach den Stationen besonders hoch (Brandt 2025).

Im Triathlon verkleinert gezieltes Koppeltraining, also Rad und direkt danach Laufen, diesen Effekt (Millet 2000). Übertragen auf HYROX heißt das: Den Wechsel von der Station auf die Strecke übst du so oft, bis er dich im Rennen nicht mehr überrascht.

So trainierst du Compromised Running

Compromised Running ist der Name für diese Koppeleinheiten. Die Grundform ist schlicht: eine Station, dann ein Kilometer, und das mehrmals hintereinander. Du nimmst zum Beispiel Schlitten schieben oder Wall Balls und läufst danach sofort los. Die Aufgabe ist, dein Tempo nach den ersten paar hundert Metern wiederzufinden und dann zu halten. Mit jeder Wiederholung lernst du dein Renntempo mit schweren Beinen besser kennen. Als Ausgangspunkt für die harten Kilometer hilft dir deine Schwellenpace, von dort tastest du dich heran.

Eine Stufe größer sind Teil-Simulationen: vier Stationen mit den Läufen dazwischen, etwa die erste Rennhälfte. Volle Simulationen über alle acht Runden setzt du selten ein. Sie fordern so viel, dass sie Platz in der Woche brauchen, und Belastung und Erholung gehören zusammen geplant (Kellmann 2018).

Der größte Teil deiner Laufkilometer bleibt trotzdem locker. Gut trainierte Ausdauersportler verteilen ihre Einheiten etwa 80 zu 20, also rund 80 Prozent leicht und rund 20 Prozent hart (Seiler 2010). Bei HYROX hat diese Grundlage eine eigene Aufgabe: Die aerobe Basis trägt die Erholung zwischen den harten Abschnitten (Davids 2025). Das ist genau der Moment nach der Station, in dem du zu deinem Tempo zurückfinden willst. Wenn du vom Laufen kommst, bringst du diesen Teil schon mit.

Die Technik an den Stationen übst du getrennt, in einer eigenen Einheit. Wie du den Schlitten in Bewegung bringst und bei den Wall Balls in einen Rhythmus findest, lernt sich leichter ohne Laktat in den Beinen. HYROX für Anfänger heißt vor allem: jede Station einmal in Ruhe sauber gelernt haben, bevor sie im Training unter Ermüdung drankommt.

Wie du dich im Rennen einteilst

Die erste Runde fühlt sich fast immer zu leicht an. Lauf sie langsamer, als das Gefühl dir sagt. Herzfrequenz und Laktat bleiben über das ganze Rennen hoch (Brandt 2025), und was du auf dem ersten Kilometer zu viel ausgibst, fehlt dir später.

Die Übergänge zählen zur Rennzeit. Geh sie zügig an, aber ohne Hektik. Im Training merkst du schnell, dass ein gehetzter Übergang dich an der Station die Zeit wieder kostet, die du gerade gewonnen hast.

Beim Griff lohnt sich eine Einteilung über das ganze Rennen. Gefordert ist er an den Griffen des SkiErg, am Seil beim Schlitten ziehen, am Ruderergometer und beim Farmers Carry. Wer schon beim SkiErg fest zupackt, spürt das spätestens beim Farmers Carry. Halte locker, was locker gehen kann, und nimm Griffarbeit in deine Stationseinheiten mit auf.

Wie sich das in eine Woche fügt

Eine Woche in einem HYROX Trainingsplan mit fünf Einheiten kann so aussehen:

  • Ein harter Compromised-Lauf, Station und Kilometer im Wechsel, ist die Schlüsseleinheit der Woche.
  • Eine Stationseinheit gehört der Technik und der Griffarbeit.
  • Zwei lockere Läufe bauen die Grundlage.
  • Eine Krafteinheit setzt auf Kraft-Ausdauer.

Kraft-Ausdauer hat Vorrang vor Maximalkraft, weil die Stationen lokale Muskelausdauer verlangen, von 100 Wall Balls bis 100 m Lunges (Davids 2025). Schwere Gewichte musst du trotzdem nicht ganz streichen: Schweres Krafttraining verbessert bei Läufern die Laufökonomie, ohne die Ausdauer zu schwächen (Rønnestad 2014).

Kommt eine Teil- oder volle Simulation dazu, nimmt sie den Platz des harten Compromised-Laufs ein. Leg sie weder neben den härtesten Lauf noch neben die schwerste Krafteinheit. Eine Beinkrafteinheit wirkt noch Stunden bis Tage auf die folgende Ausdauereinheit nach (Doma 2017), und eine Simulation direkt danach misst dann vor allem deine Müdigkeit. Wie du Kraft und Ausdauer grundsätzlich in einem Plan zusammenbringst, steht im Leitartikel zum Hybrid Training.

In Tahto

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Quellen

  1. Brandt T, Ebel M, Lebahn L, Schmidt A (2025). Acute physiological responses and performance determinants in Hyrox, a new running-focused high intensity functional fitness trend. Frontiers in Physiology 16, 1519240. https://doi.org/10.3389/fphys.2025.1519240
  2. Davids CJ (2025). A performance analysis of HYROX: a review of the physiologic, mechanical, and technical demands. Strength & Conditioning Journal 48(1), 88-100. https://doi.org/10.1519/SSC.0000000000000913
  3. Millet GP, Vleck VE (2000). Physiological and biomechanical adaptations to the cycle to run transition in Olympic triathlon: review and practical recommendations for training. British Journal of Sports Medicine 34(5), 384-390. https://doi.org/10.1136/bjsm.34.5.384
  4. Doma K, Deakin GB, Bentley DJ (2017). Implications of impaired endurance performance following single bouts of resistance training: an alternate concurrent training perspective. Sports Medicine 47(11), 2187-2200. https://doi.org/10.1007/s40279-017-0758-3
  5. Seiler S (2010). What is best practice for training intensity and duration distribution in endurance athletes? International Journal of Sports Physiology and Performance 5(3), 276-291. https://doi.org/10.1123/ijspp.5.3.276
  6. Rønnestad BR, Mujika I (2014). Optimizing strength training for running and cycling endurance performance: a review. Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports 24(4), 603-612. https://doi.org/10.1111/sms.12104
  7. Kellmann M, Bertollo M, Bosquet L, et al. (2018). Recovery and performance in sport: consensus statement. International Journal of Sports Physiology and Performance 13(2), 240-245. https://doi.org/10.1123/ijspp.2017-0759

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